Solarlampen für Entwicklungsländer
1.
Ausgangssituation
Mehr als 2 Milliarden
Menschen steht kein elektrischer Strom und damit keine elektrische Beleuchtung
zur Verfügung. Die Zahl der Petroleumlampen allein in Afrika
wird auf mehr als
50 Millionen geschätzt. Je Lampe werden jährlich ca. 35
Liter Petroleum verbrannt, entsprechend ca. 80 kg CO2
pro Jahr. Das Licht der Petroleumlampe ist schwach und mit einer
gesundheitsschädigenden Ruß- und Geruchsbelästigung verbunden. Der Einkauf von
Petroleum belastet die Nutzer finanziell erheblich und kostet die
„Entwicklungsländer“ wertvolle Devisen. In Tansania sind dafür jährlich 35 Liter
Petroleum ( ca. 35 Euro) aufzuwenden. Für diesen Betrag könnte man ca. 400 kg
Mais kaufen oder nahezu das Monatsgehalt eines Lehrers (ca. 60 Euro) bezahlen.
Eigenschaften der Petroleumlampe:
schwaches Licht
gesundheitsschädigende Ruß- und Geruchsbelästigung
Verbrennungsgefahr
ca. 80 kg CO2 jährlich
ca. 3 Liter Brennstoff (Petroleum, Kerosin) monatlich
ca. 3 € Brennstoffkosten monatlich (Monatsgehalt eines Lehrers ca. 60 €)
Alternative: Solarlampe SOLAR 2007-1 (speziell für den Einsatz in „Entwicklungsländern“ konzipiert)
10 mal helleres Licht als mit der Petroleumlampe
völlig ohne gesundheitsschädigende Belästigung
gefahrlos
keinerlei CO2-Ausstoß
robuste Bauweise
hohe Betriebssicherheit (u. a. Überladungsschutz, kurzschluss- und verpolungssicher)
hohe Akzeptanz bei den potentiellen Nutzern u. a. dank hoher Qualität
niedrige Kosten für Werkzeugsatz (ca. 350 €)
einfache Montage der Bausätze in den „Entwicklungsländern“
detaillierte Montageanleitung mit vielen Bildern
hohe Anschaffungskosten: ca. 90 € (= 1,5 Monatsgehälter eines Lehrers) und damit ein Verkauf an die potentiellen Nutzer praktisch chancenlos
2. Zielsetzungen des Mietsystems
sofortige Verfügbarkeit von Solarlampen für die Nutzer ohne lange Ansparzeit
Solarlampen nicht verschenken sondern die Nutzer im Rahmen ihrer Möglichkeiten beteiligen
Mietgebühren in Höhe der heutigen Brennstoffkosten
erschwingliche Kaution bei Übernahme der Lampe durch den Nutzer, um den sorgfältigen Umgang mit der Lampe zu fördern und die finanzielle Basis zu stärken
qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und dauerhaft sichern
Full-Service, Reparatur und umweltgerechtes Recycling der verbrauchten Akkus sicherstellen
schrittweiser Aufbau einer funktionierenden Organisation
langfristige Schaffung von Finanzierungsmöglichkeiten für Gemeinschaftsaufgaben, wie z. B. : Schulgeld für Kinder, Schulausstattung, Lernmittel, Bau von Brunnen, Wiederaufforstung, Beschaffung von Saatgut, Dünger, etc.
evtl. Ausweitung auf weitere Produkte, wie z. B. Solarkocher
bei den Nutzern die Wichtigkeit des Umweltschutzes bewusst machen und gleichzeitig CO2 einsparen
3. Voraussetzungen
Um ein Mietsystem einführen zu können sind generell folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Anschubfinanzierung des Projekts durch Projektträger für
Werkstattausstattung (Raum, Werkbank, Regale, Fahrrad, ...)
Werkzeugsatz für SOLAR 2007-1
200 (oder mehr) Bausätze und dazugehörige Solarmodule
Werkstatt- und Personalkosten für mindestens 3 Monate
Organisation vor Ort
Ausbildung der Organisatoren und Werkstattmitarbeiter
4. Das Mietsystem in Tansania
Für Tansania gelten aktuell folgende Bedingungen:
| monatliche Kosten für Brennstoff (Kerosin oder Petroleum) | 3,00 € |
| einmalige Kaution bei Übernahme der Lampe | 5,00 € |
| monatliche Mietgebühr | 2,00 € |
| monatlicher Verwaltungskostenanteil | 0,10 € |
| monatliche Netto-Einnahme zur Finanzierung | 1,90 € |
| monatliche Werkstattkosten einschließlich Personal | 60,00 € |
| gesamte Kosten der Solarlampe SOLAR 2007-1 als Bausatz und Solarmodul, inkl. Versandkostenanteil (5,00 €), Zoll (0,00) und ggf. Steuern (0,00) | 90,00 € |
| Kosten für Ersatz-Akku | 12,00 € |
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5. Projektplanung
Zunächst wird eine Anschubfinanzierung in Form eines Werkzeugsatzes und z. B. Bausätzen für 200 Lampen einschließlich Solarmodulen einer lokal zu gründenden „Solar-Cooperative“ („solar-power-partnership“) zur Verfügung gestellt (ca. 16.000 bis 20.000 €). Die „solar-power-partnership“ stellt die erforderlichen Räumlichkeiten und das auszubildende Personal bereit.
Beispiel für eine Erstausrüstung für ein Solarprojekt:
Erforderlich ist eine Mindestausstattung für eine Werkstatteinrichtung, wie z. B. ein guter Tisch und ein verschließbarer Schrank.
| Musterausstattung | Anzahl | Anzahl | ||
| Bausätze |
Preis |
Bausätze | Preis | |
| SOLAR 2007-1 | 50 | 1.700 € | 200 | 6.800 € |
| Solarmodul SOLAR 2007-M12 (P12) | 50 | 1.750 € | 200 | 7.000 € |
| Werkzeugsatz |
1 |
350 € |
1 |
350 € |
| Gesamtkosten | 3.800 € | 14.150 € |
Finanzielle Einbeziehung der Nutzer, Folgeinvestitionen
Von den Nutzern der Solarlampen könnte bei Übergabe je Lampe eine Kaution (z. B. 5 €) und danach eine monatliche Mietgebühr bezahlt werden. Diese Mietgebühr (in Tansania z. B. 2 € pro Monat) ist niedriger als die Kosten, die bisher für Kerosin oder Petroleum aufzuwenden waren und beinhaltet gleichzeitig die gesamten Wartungskosten. Mit diesen Einnahmen kann die „solar-power-partnership“ anschließend wieder neue Solarsysteme beschaffen und so die gesamte erreichbare Region ausstatten. Werden alle Einnahmenüberschüsse (Einnahmen abzüglich Kosten für Werkstatt, Gehälter, Transporte, etc.) wieder in Solarsysteme investiert, so können innerhalb von drei Jahren ca. 180, innerhalb von 5 Jahren mehr als 400 Solarsysteme zusätzlich beschafft werden.
Mittelbereitstellung für Gemeinschaftsaufgaben
Die „solar-power-partnership“ kann andererseits die Überschüsse für Gemeinschaftsaufgaben verwenden wie z. B. Schule, Bau von Brunnen, Beschaffung von Saatgut, Dünger oder auch Solarkochern, Wiederaufforstung, etc. Die Werkstatt könnte auch für andere Arbeiten genutzt werden.
Arbeit statt Mietgebühr
In Regionen in denen die Menschen die Mietgebühr nicht aufbringen können könnten sie stattdessen zur regelmäßigen Mitarbeit an Gemeinschaftsaufgaben verpflichtet werden (z. B. Wiederaufforstung, Bauarbeiten, etc.).
Effektiver Umweltschutz: Preisgünstige CO2 Einsparung
Durch den Einsatz der Solarlampen werden jährlich je Lampe ca. 80 kg CO2, gleichzeitig wertvolle Devisen für Kerosin bzw. Petroleum eingespart. Um die gleiche Menge CO2 einzusparen müssen für Solarlampen SOLAR 2007-1 nur ca. ein Fünftel der Investitionskosten von Solarkraftwerken in Deutschland aufgewendet werden.
Wesentlich für den Erfolg der Projekte ist die Akzeptanz der Produkte und des Finanzierungssystems. Dabei ist stets auf die regional unterschiedlichen kulturellen, sozialen und ökonomischen Gegebenheiten zu achten.
Ein Projekt für die Verbreitung von 500 "SOLAR 2000" in Tansania wurde gefördert von der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) aus dem GATE-Programm (German Appropriate Technology Exchange). Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie Projekte in Entwicklungsländern durchführen wollen. Fordern Sie Vorschläge für eine entsprechende Ausstattung und eine detaillierte Kostenaufstellung an.
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