2008:

Besuch im Solarprojekt Freilassing

Am 11. Juli 2008 war die Bundesministerin Wieczorek-Zeul Gast im Solarprojekt Freilassing.
Schulleiter Hermann Kunkel, die Vorstandschaft des Vereins: Siegfried Popp, Dr. med. Vigil Berleth, Eva Gröbner, Fritz Müller und Margitta Popp, die den Besuch angeregt hatte, standen schon 45 min vor Ankunft der Ministerin in der Eingangshalle der Staatlichen Berufsschule Berchtesgadener Land in Freilassing.
Nach einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde folgte ein kleiner Rundgang durch die Berufsschule. Frau Wieczorek-Zeul ergriff spontan die Gelegenheit sich mit Schülern zu unterhalten, die während einer kurzen Pause bei ihrer Prüfungsarbeit in der Halle standen. Die vielfältigen europaweiten Kontakte und Projekte der Freilassinger Berufsschule fanden die Anerkennung der Ministerin. Vor einem Niedrigenergiehaus, gebaut von Berufsschülern aus Dänemark, Italien und Deutschland endete der Rundgang. Das Haus wird als Gästehaus für Schüler- und Lehreraustausch und für das Solarprojekt genutzt.
Vor den Werkstatträumen des Solarprojekts waren einige Informationstafeln angebracht und auf einem Ausstellungstisch lagen Bauteile und Schriftdokumente bereit. Einige Musterlampen wurden den Besuchern vorgestellt.

Frau MdB Heidemarie Wieczorek-Zeul zeigte sich sehr beeindruckt von der Arbeit des Vereins. Vor allem äußerte sie sich anerkennend, dass das Solarprojekt Freilassing die Probleme nicht ausreichend vorhandener Energie in Entwicklungsländern lange vor anderen erkannte und mit den Produkten aus Freilassing wirksame Hilfe leistet. Mit den mobilen Solarlampensystemen wird vor allem armen Familien in ländlichen Gegenden geholfen, die keinen Zugang zu elektrischen Strom haben.

Ein „Licht- und Falltest" mit der Lampe gab einen Eindruck von der Robustheit und Qualität des Produkts. Die Ministerin war gut informiert und fragte nach den Ergebnissen des kürzlich durchgeführten Tests von Solarlampen am Fraunhofer-Institut ISE in Freiburg, bei dem „... ihre Lampe ja so gut abgeschnitten hat...". Tatsächlich erfuhren die Konstrukteure und Mitarbeiter des Vereins erst vor wenigen Tagen von diesem Test. Die Freude über die guten Ergebnisse ist natürlich groß.

Der Entwicklungshilfeverein „solarprojekt-freilassing e. V." bringt nicht nur helles, ungefährliches, und gesundheitlich völlig unbedenkliches Licht in Entwicklungsländer, sondern setzt sich dort auch unermüdlich für Umweltschutz ein. So spart die Freilassinger Solarlampe „SOLAR 2007-1" 80 kg CO2 pro Jahr ein. Das ist nicht viel – aber, rechnet man eingesetzte € zu eingespartem CO2, so ist die SOLAR 2007-1 besser als manches große Photovoltaik- (Solar-) Kraftwerk. Diese Aussage vom 1. Vorsitzenden des Vereins, Siegfried Popp, wurde mit spontanem Applaus seitens der Ministerin und der anwesenden Vertreter aus Gewerbe, Politik und von der Presse bedacht.

In Tansania, dem Land in Afrika, in das die meisten Solarlampen geliefert werden, gibt es kein Recycling-System für Altbatterien. Der Umweltschutz, wie wir ihn kennen ist dort völlig unbekannt. So wurde die Ministerin gebeten, dort ein Sammel- und Recycling-System aufzubauen.

Der Umfang der Arbeit im Solarprojekt wächst ständig und ist von den wenigen aktiven Mitarbeitern kaum mehr zu schaffen. So konnte der Ministerin von einer beginnenden wertvollen Zusammenarbeit mit den „Pidinger Werkstätten" berichtet werden. Der Leiter dieser Einrichtung, Hermann Seeböck, signalisierte auch weiterhin Unterstützung und ist sich sicher, dass seine unterschiedlich behinderten Mitarbeiter dabei auch in oft schwierigen Arbeitsgängen besser qualifiziert werden. Die aktiven Mitarbeiter des Solarprojekts freuen sich über die hohe, gleichbleibende Qualität der abgelieferten Bauteile für die SOLAR 2007-1 und die Zuverlässigkeit der behinderten Mitarbeiter, die mit großer Freude an diesem Projekt beteiligt sind.

Heidemarie Wieczorek-Zeul ist überzeugt, dass das Solarprojekt ökologisch sinnvoll und richtungsweisend ist. Deshalb sei zu überlegen wie die Verbreitung der Solarlampen gefördert werden kann. Sie gratulierte den Mitarbeitern des Solarprojekts: „Sie haben wegweisend eine Idee verwirklicht, bevor andere darauf gekommen sind. Das finde ich ganz toll!"

Warten auf die Ministerin, von links:
Kanditat für den Bayerischen Landtag Roman Niederberger,
Stadt- und Kreisrätin Margitta Popp, Schulleiter Hermann Kunkel,
1. Vorsitzender des Vereins Siegfried Popp,
Leiter der Pidinger Werkstätten Hermann Seeböck

 

Begrüßung durch den Schulleiter Hermann Kunkel

 

Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul im Gespräch mit
MdB Dr. Bärbel Kofler und Siegfried Popp

 

Hermann Kunkel erklärt der Ministerin die Entstehung des Gästehauses. Weiter auf dem Bild: Margitta und Siegfried Popp

Siegfried Popp demonstriert die Robustheit und Qualität der Solarlampe

Hermann Seeböck berichtet über die Zusammenarbeit der Pidinger Werkstätten mit dem Solarprojekt. Links Abteilungsleiter der Pidinger Werkstätten, Stefan Gasser (ehemaliger Schüler von Siegfried Popp), rechts der Landratsstellvertreter Helmut Führle und dritter Bürgermeister von Freilassing Michael Hangl.

 

Ministerin  Heidemarie Wieczorek-Zeul, MdB Dr. Bärbel Kofler,
Stadtrat Frank Grünberg, Kanditat für den Bayerischen Landtag
Franz Gnadl, bewundern die kleine aber feine Werkstatt des Solarprojekts.
Eva Gröbner, ehemalige Schülerin und Schriftführerin des Vereins erläutert den Gebrauch der Solarlampe und des Solarmoduls.

Abschlussfoto, von links:
Stadt- und Kreisrätin Margitta Popp, Ministerin Heidemarie Wieczorek Zeul, Schatzmeister Fritz Müller, Schriftführerin Eva Gröbner,
1. Vorsitzender Siegfried Popp, 2. Vorsitzender Dr. med. Vigil Berleth, Schulleiter Hermann Kunkel, MdB Dr. Bärbel Kofler.

 


Solarlampen für Burundi und Burkina Faso

Bausätze des Vereins „solarprojekt-freilassing" werden direkt vor Ort montiert

FREILASSING - Zwei NGOs (Nichtregierungs-Organisationen) aus Burundi und Burkina Faso interessierten sich seit einiger Zeit für die Arbeit und die Produkte des Entwicklungshilfevereins „solarprojekt-freilassing e.V.". Nach intensivem E-Mail- und Schriftverkehr war es endlich so weit. Jeweils 50 Solarlampen-Bausätze konnten in Freilassing für den Versand vorbereitet werden.

Die Solarlampen aus der Staatlichen Berufsschule Berchtesgadener Land in Freilassing wurden für die Montage und den Gebrauch in Entwicklungsländern von Berufsschülern und kompetenten Fachleuten konstruiert. Es wurde eine reich bebilderte Montageanleitung in Deutsch, Englisch und Französisch erstellt. Nach dieser Anleitung können die Einzelteile vor Ort relativ leicht zu funktionsfähigen Lampen zusammengebaut werden. Die Freilassinger Solarlampe hat sich bereits in mehr als 8.000 Exemplaren rund um die Erde bewährt.

Ein junger Mann vom Verein „burundikids" (www. burundikids.org) und zwei Schülerinnen vom Boumdoudoum-Förderverein für Schulpartnerschaften in der Einen Welt des neuen Gymnasiums Oldenburg (www.boumdoudoum.de) besuchten die Berufsschule, wo sie von Siegfried Popp, dem Projektleiter des Solarprojekts, eingehend geschult wurden. Mit Begeisterung wurde gelötet und geschraubt. Das Ergebnis der Arbeit: Bereits nach drei Stunden leuchtete die erste selbst gebaute Solarlampe. Die begleitenden Lehrer staunten nicht schlecht über die Leistungsfähigkeit der jungen Schüler.

Diese werden in den nächsten Wochen in die jeweiligen Einsatzgebiete gesandt, wo sie Solarwerkstätten aufbauen sollen. Der Kenntnisstand, das Geschick und die Soziale Einstellung der jungen Leute stellen sicher, dass diese Arbeit zuverlässig erledigt werden wird. Damit haben 100 Familien helles, gesundes und ungefährliches Licht, das zudem noch billiger ist als die bisher verwendeten Petroleumlampen.

Nach, erfolgreichem Abschluss des Lampen-Montagekurses konnte noch ein kleines Begleitprogramm geboten werden: Siegfried Popp und seine Frau Margitta begleiteten die Teilnehmer bei einem Spaziergang durch die Salzburger Innenstadt von der Salzach durch die Getreidegasse, über den Mönchsberg zum Augustiner Bräustüberl in Mülln. Die jungen Leute mit ihren Lehrern waren begeistert von Freilassing und der Umgebung mit „den hohen Bergen" und wollen unbedingt zu einem Urlaubsaufenthalt wieder kommen.

3,2 Milliarden Menschen auf der Erde haben kein elektrisches Licht. Das ist inzwischen auch für internationale Konzerne ein „interessanter Markt der Armen", auf dem diese Konzerne Geld verdienen wollen. Die ehrenamtliche Arbeit des Freilassinger Vereins aber hat zum Ziel, dass die Nutzer der Lampen, die im Normalfall zu den Ärmsten der Erde gehören, die Lampen zum Selbstkostenpreis, möglichst über ein Miet- oder Leasing-System, bekommen.

 

Die Teilnehmer des Kurses bei der erfolgreichen Montage der ersten zehn Solarlampen. Die rechte Aufnahme zeigt hinten von links Klaus Stricker, Achim Hinrichs und Cornelius Schröder, vorne Wiebke Reil und Jördis Früchtenicht in der „Arbeitskleidung" des Solarprojekts.


2007:

Die Neuentwicklung des mobilen Solarlampen-Systems mit LED-Lichttechnik SOLAR 2007-1 und SOLAR 2007-P12 ist abgeschlossen.
Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.
Der Verein "solarprojekt-freilassing e.V." stellte sein Projekt "Solarlicht für Entwicklungsländer" anlässlich der "Woche der Umwelt" im Schlosspark Bellevue (Amtssitz des Bundespräsidenten) aus. (Siehe unten).
Im August/September entsandte der Senior-Experten-Service (SES) zwei Experten nach Tansania. Dort entstanden neue Werkstätten und für die neue Solarlampe SOLAR 2007-1 wurde die Fertigung eingerichtet.
Einen Bericht über die Reise mit Fotos finden Sie auch auf der Seite "Reiseberichte".
 

"Woche der Umwelt" in Berlin

Hui-Maschine für Bundespräsident Horst Köhler

Der Entwicklungshilfeverein „solarprojekt-freilassing e. V." stellte sein Projekt „Solarlicht für Entwicklungsländer" in Berlin vor.

Anlässlich der Woche der Umwelt lud Bundespräsident Horst Köhler, gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), besonders innovative, bzw. ökologische Projekte in den Park des Schlosses Bellevue in Berlin (Amtssitz des Bundespräsidenten) ein. Der Verein „solarprojekt-freilassing e. V." wurde mit seinem Projekt, als eines von 170 Unternehmen unter 400 Bewerbern von einer Jury für diese Veranstaltung ausgewählt. Neben namhaften Unternehmen der Energieversorgung, Umwelttechnik, Naturschutz und Pädagogischen Projekten, konnte auf einem eigenen Ausstellungsstand das Projekt „Solarlicht für Entwicklungsländer" präsentiert werden.
In Zusammenarbeit mit Berufsschülern und ihren Ausbildungsbetrieben wurde im Jahre 2000 ein mobiles Solarlampensystem, bestehend aus Lampe und Solarmodul, entwickelt, das sich mit bisher 6.800 Exemplaren in mehr als 25 Ländern der Erde bewährt hat.
Die Weiterentwicklung des Solarlampensystems und der Aufbau einer weiteren Solarwerkstatt in Tansania wurde von der DBU und vom Rotary-Club Freilassing-Laufen mit namhaften Beträgen gefördert. So fand diese Solarlampe mit LED-Licht auf der Ausstellung große Beachtung. Die Solarwerkstätten in Entwicklungsländern verbreiten die mobilen Solarlampen über ein Mietsystem, das es den Menschen in ländlichen Gegenden erlaubt, sofort helles, gesundes und ungefährliches Licht zu nutzen und mit den Mietgebühren vollen Service für dieses hochwertige Produkt zu erhalten.
Die Vorstände des Vereins, Dr. Vigil Berleth und Siegfried Popp mit Ihren Frauen und einem weiteren Experten, Alfred Brendler, von der Berufsschule Wasserburg bauten in dem wunderbaren Park des Schlosses Bellevue einen attraktiven Ausstellungsstand auf und betreuten die Ausstellung.

„Ich jedenfalls bin begeistert von den Ideen, Projekten und Initiativen."
Bundespräsident Horst Köhler zog dieses Fazit zur dritten „Woche der Umwelt". Fast 12.000 Besucher, so bilanzierte DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers, hätten sich die Ausstellung angesehen.

Beim abschließenden Empfang für Aussteller und Pressevertreter bedankte sich Siegfried Popp persönlich beim Bundespräsidenten und überreichte ihm eine selbst gefertigte Hui-Maschine. Die Hui-Maschine mit Vorwärts- und Rückwärtslauf erregte allgemeine Heiterkeit und so konnte symbolisch dem Bundespräsidenten der Wunsch übermittelt werden, dass es im Umweltschutz und in der Entwicklungshilfe nur vorwärts und nie rückwärts gehen möge.

 

Der Stand des Solarprojekts Freilassing

Bundespräsident Köhler sieht amüsiert zu wie sich der Propeller der Hui-Maschine vorwärts und auf Kommando rückwärts dreht.

Der Bundespräsident bekommt die "Hui-Maschine" als Geschenk